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Posttraumatische Belastungsstörung

Dr. med. Raimund Arnold
 
Facharzt für Allgemeinmedizin -
 Betriebsmedizin - Suchtmedizin - Palliativmedizin

Heubergstr 1 ,   83512 Wasserburg
tel:  08071 / 94440
fax: 08071 / 94441

  

   Posttraumatische Belastungsreaktion

 Hinter diesem medizinisch diagnostischen Begriff verbirgt sich ein Leiden, das als menschliche Reaktion auf ein schweres „traumatisches“ Erlebnis auftreten kann. Es kann Opfer von Gewaltverbrechen betreffen, zufällige Beobachter oder Betroffene von Katastrophen oder schweren Unfällen oder auch Bankangestellte nach einem Überfall.

 Glücklicherweise ist eine solche Reaktion nach einem Banküberfall eher selten und meist nur kurz anhaltend, während es bei Opfern von Gewaltanwendung oder schweren Katastrophen zu einer schwerwiegenden und dauerhaften Störung kommen kann.

 Gekennzeichnet ist eine posttraumatische Belastungsstörung durch: 

  • Erlebnis eines extrem belastenden, bedrohlichen Ereignisses
  • Häufiges Wiederkehren der Belastungssituation z.B. auch im Traum
  • Vermeiden von Reizen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen und damit Einschränkung der Lebensperspektiven
  • Anhaltende körperliche Übererregung
  • Dauer dieser Symptome über viele Wochen nach dem Ereignis hinaus.

 Von einer Untersuchung ausgehend, bei der 29 Betroffenen aus dem Bereich Luxemburger Banken genauer befragt und untersucht worden sind, ist für die posttraumatische Belastungsreaktion im Spezialfall „Opfer eines Banküberfalls“ folgendes festzustellen:

Die Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter haben den Überfall als extrem belastendes Ereignis erlebt. Etwa jeder 8. erfüllt alle Kriterien für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsreaktion. In den meisten Fällen ist es wenigstens nicht zu dem besonders belastenden Vermeidungsverhalten gekommen. Trotzdem wird etwa ein Drittel der Betroffenen als hoch belastet betrachtet. Selbst viele Jahre danach kann sich der Überfall auf die aktuelle Befindlichkeit auswirken, ganz besonders, wenn eine Person schon öfter Opfer eines Überfalls geworden ist.

Es gibt anerkannte Hilfsmöglichkeiten nach einer posttraumatischen Belastungsreaktion. Zunächst einmal muss man und die Möglichkeit dieser Reaktion wissen, um sich nicht selbst oder den betroffenen Angehörigen / Mitarbeiter für „verrückt“ zu halten. Dann ist es hilfreich, möglichst bald und viel über das belastende Ereignis zu sprechen. In Luxenburg wird seit der zitierten Untersuchung regelmäßig ein medizinisch-psychologisches Präventivprogramm für die betroffenen Mitarbeiter angeboten. Bei länger andauernden Störungen ist schließlich psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.

 Für weitere Beratung oder Literatur zum Thema stehe ich gerne zur Verfügung.

Dr. R. Arnold (www.r-arnold.com)