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Information ihres Betriebsarztes zum Thema
Wetterfühligkeit / Wetterempfindlichkeit
Einflüsse des Wetters auf unsere Gesundheit sind statistisch sicher
nachzuweisen. Wegen der sehr komplexen Situation des Wetters mit unzähligen meteorologischen Parametern und der ebenfalls sehr komplexen Regulation des individuellen Organismus ist der Einfluss des Wetters auf
unsere Befindlichkeit jedoch nicht so leicht konkret zu fassen.
Grundsätzlich kann man annehmen, dass je stärker ein Organismus geschwächt ist, desto leichter sich meteorologische Veränderungen an
diesen Schwachstellen bemerkbar machen. Die Intensitäten der gefühlten Beeinträchtigung hängt statistisch mit der Intensität der Wetterveränderung zusammen. Aber auch Landschaftsspezifische Einflüsse (See , Hochgebirge) spielen natürlich eine Rolle, wobei Menschen im Norden Deutschlands häufiger über Wetterfühligkeit klagen. Mindestens 1/3 der Menschen in Deutschland hält sich selbst für wetterfühlig, wobei Migräne (61%), Abgeschlagenheit / Erschöpfung (74)%, Schlafstörungen (46%) Müdigkeit (42%) und Gelenkschmerzen (40%) im Vordergrund stehen.
Statistisch lassen sich die Beschwerden bestimmten Wettersituationen zuordnen wobei die meisten Beschwerden auf der Vorderseite eines Tiefs
mit Zufuhr warmer Luft auftreten, dicht gefolgt von der Rückseite des Tiefs mit Zufuhr kalter Luft und am wenigsten Beschwerden bei einer stabilen Hochdrucksituation. Auch austauscharme Wetterlagen
(„Inversionslagen“) sind mit zunehmender Luftverschmutzung an wetterbedingten Häufungen von Erkrankungen ( z.B. der Atemwege) beteiligt. Große Hitze ist ebenfalls als gesundheitliches Problem zu nennen.
Folgende Beschwerden sind mit dem Wetter assoziiert:
Migräne, sonstiger Kopfschmerz, Schlaftiefe, allgemeine Befindlichkeitsstörungen, Blutungen Thrombose / Embolie, Entzündungen, Bluthochdruck,
niederer Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris, Asthma, entzündliches Rheuma, Depressionen und einige mehr.
Einzelbeispiele:
- Atemwegserkrankungen gehäuft bei: kalter feuchter Witterung, Gewitter, Asthma auch bei anhaltender tiefer Temperatur
- Herzinfarkt: Kälte, schneller Wetterwechsel, große Hitze
- Schmerz am Bewegungsapparat: Durchgang von Kaltfront, Gewitter
- Migräne: Wetterwechsel, Fön, trockene Warmluft
- Allgemein belastend:: Übergang von Winter zu Frühling ( Frühjahrsmüdigkeit )
Vorbeugemöglichkeiten:
Trainingsmangel und mangelnde Anpassungsfähigkeit des Körpers macht das Auftreten von Wetterfühligkeit wahrscheinlicher. Deshalb ist es hilfreich,
sich bei jedem Wetter draußen zu bewegen. Auch das Trainieren von Anpassungsvorgängen im Körper z.B. durch Sauna und Wechselduschen ist sinnvoll. Allerdings gibt es auch zu vermeidende Expositionen ( große Hitze
oder Kälte, Gewitter für Allergiker)
12/10 Dr. R. Arnold
nach: Umweltmedizinische Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin ( DGAUM): Auswirkungen des Wetters auf die menschliche
Gesundheit in : Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin 44,11, 2009
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