|
Weniger Beschwerden trotz Sitzarbeitsplatz
Fakten:
- 80 % derjenigen, die an einem Bildschirmarbeitsplatz sitzen, kennen gesundheitliche Beschwerden wie Rückenschmerz, verspannte Schultern, Kopfschmerz oder
Augenbeschwerden
- beim Sitzen sind die Bandscheiben maximal belastet, weil sie zur Ernährung auf wechselnden Druck angewiesen sind. Die stabilisierenden Bänder der
Wirbelsäule erschlaffen, die Haltemuskulatur verkümmert
- „gerades Sitzen“ ist zwar immer noch die beste Haltung, aber anstrengend und kann nicht durchgehalten werden
Schlussfolgerung: Immer wieder die sitzend Haltung unterbrechen und variabel sitzen !
Praktische Tipps:
o „Dynamisch Sitzen“
- Becken auf dem Stuhl vor- und zurückwippen oder kreiseln
- Gewicht abwechselnd auf die rechte und linke Gesäßbacke verlagern
- Nacken strecken durch Zurückschieben des Kopfs nach hinten
- Abstützen auf dem Schreibtisch bei vorderer Sitzhaltung und auf den Armlehnen bei hinterer Sitzhaltung. Diese Sitzhaltungen möglichst oft wechseln.
- Zwischendurch weit zurücklehnen und Beine ausstrecken. „auf dem Stuhl turnen“!
- positive Effekte der Atmung auf Wirbelsäule und Muskulatur nutzen, indem Sie ganz tief einatmen (dabei die Schultern und Arme nach hinten dehnen) und
dann langsam ausatmen, am Schluss die Luft ganz auspressen und dabei die Schultern einziehen.
- Sitzhöhe so einstellen, dass die Füße voll auf dem Boden aufliegen, falls möglich
Tischhöhe anpassen oder notfalls ausreichend große Fußstütze verwenden
- Sitzfläche ganz ausfüllen, damit Becken nicht nach hinten abkippt
- Rückenlehne freigeben und (wenn Einstellmöglichkeit vorhanden) Anpressdruck je
nach Körpergewicht einstellen
- Die Tischhöhe ist optimal, wenn die Ellenbogen bei hängenden Schultern rechtwinklig
auf dem Tisch abzulegen sind
- ausreichend Freiraum für die Beine schaffen (vorgeschrieben sind 80 x 80 cm)
- Armstützen verwenden
- Mögliche Arbeitschritte wie Post lesen, telefonieren, kurze Besprechungen etc. im Stehen erledigen
- Kleine Bürogymnastik zwischendurch ( Schultern rollen, Arme ausschütteln, Strecken)
- Gänge persönlich erledigen ( statt mail oder Telefon)
- Stehpult nutzen
- Treppe statt Fahrstuhl
Dr. Raimund Arnold, Betriebsarzt im Mai 2010
unter Verwendung von Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
|