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Dr. med. Raimund Arnold
 
Facharzt für Allgemeinmedizin -
 Betriebsmedizin - Suchtmedizin - Palliativmedizin

Heubergstr 1 ,   83512 Wasserburg
tel:  08071 / 94440
fax: 08071 / 94441

 

           Gesundheitsgefahren durch Schweißarbeiten

 

Schweißarbeiten können aus verschiedenen Gründen eine Belastung für die Gesundheit darstellen:

1..      Staubbelastung durch Schweißrauche
2.
      Inhalation von Gasen (Kohlenmonoxid, Ozon) oder Metalloxyd-rauchen
3.
      UV-Strahlung
4.
      Lärm
5.
      Zwangshaltungen
6.
      klimatische Belastung z.B. Hitzestau durch Schutzkleidung
7.
      Stress durch Monotomie und Isolation

Die Belastungen sind natürlich von den eingesetzten Schweißverfahren und Materalien abhängig und außerordentlich komplex. Ich kann in folgenden nur einige besonders wichtige und beispielhafte Gesundheitsbelastungen näher erläutern und Schutzmaßnahmen nennen:

1.      Die wesentliche Gesundheitsgefahr geht regelmäßig von den Zusatzwerkstoffen aus (z.B. Stabelektroden beim Lichtbogenhandschweißen) und fast nicht vom verarbeiteten Grundwerkstoff. Auch Verunreinigungen durch Schmierstoffreste, oder bestimmte Entfettungsmittel können Reizgase entstehen lassen.  Chrom und Nickel sind wegen erhöhter Krebsgefahr ein besonderes Problem, aber nur wenn z.B. in den Stabelektroden vorhanden und nicht beim Schweißen von Edelstahlwerkstoffen.

2.      Raucher unter den  Schweißern haben sowohl in Richtung Bronchitis als auch Lungenkrebs ein erhöhtes Risiko („potenzierter“ Affekt d. h. mehr als die Summe vom Rauchen allein plus Schweißen allein)

3.      UV-Strahlen sind für das „Verblitzen“ der Augen (d.h. „Wunde“ auf der Hornhaut) und sonnenbrandähnliche Effekte an unbedeckten Hautstellen verantwortlich und sind ein Risiko für Entstehung von Hautkrebs. Wärmestrahlung (Infrarot) kann am ungeschützten Auge einen grauen Star hervorrufen.

4.      Durch gute Schulung und optimalen Einsatz ovn Schutzkleidung, Schutzschild, Absaugung etc. können die Belastungen minimiert werden.

5.      Die wesentliche oder spezifische Gefährdung für einige Schweißverfahren  ist aus folgender Tabelle ersichtlich:

 

Verfahren

Gefahrstoff

Zielorgan

Gefahr

Elektroschweißen mit Elektroden (Licht- bogenschweißen)

z.B. Chrom, Nickel u.andere Stoffe ausElektroden

Bronchien, Lunge, Nase

+ + +

Aluminium

Alustaub

Lunge

+ +

Thermische Trennverfahren
z.B. Plasmaschneiden

Rauche u.a mit Chrom, Nickel,
Lärm, Ozon

Lunge, Ohren

( + + +)
meist gute Absaugmöglichkeit

MAG

Chrom, evt. Nickel, Ozon

Bronchien, Lunge

+ +

MIG

Ozon

Luftwege

+

WIG

(Ozon)

Luftwege

(+)

Arbeitnehmer, die Schweißtätigkeiten durchführen sind nach festgelgeten Auswahlkriterien regelmäßig nach bestimmten Grundsätzen durch einen dazu ermächtigten Arzt zu untersuchen,  
                           meist       G 39 (Schweißrauche)
                        evtl. auch    G 15 (Chrom )
                                            G 38 (Nickel)

Die neue Gefahrstoffverordnung ( 1.1.2005) sieht zumindestens ein Untersuchungsangebot an alle Mitarbeiter vor, die Schweißarbeiten ausführen. Ab einer bestimmten Höhe der Schweißrauchbelastung ist die Untersuchung verpflichtend.

Dabei werden vor allem Veränderungen der Luftwege und Lungen ins Auge gefasst und der Mitarbeiter entsprechend beraten, wenn besondere Gefährdungen vorliegen.

Allen, die regelmäßig schweißen,  ist  - wie generell allen älteren Personen - eine Schutzimpfung gegen Pneumokokken zu empfehlen, die gegen eine bestimmte Art von Lungenentzündung schützt.

Dr. R. Arnold (www.r-arnold.com)