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Schichtarbeit
Insbesondere Arbeit während den Nachtstunden ist mit erheblichen körperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen verbunden.
Ich möchte diese Belastungen etwas weiter ausführen und dann vor allem arbeitsorganisatorische Lösungsvorschläge vorstellen, die sich nach den
Erkenntnissen der letzten Jahre eindeutig positiv auswirken.
Belastungen der Schichtarbeit:
Viele Körperfunktionen wie z.B. Körpertemperatur, Herztätigkeit, Verdauung usw. gehorchen einer „inneren Uhr“, einem Biorhythmus, der vor allem von
der Lichtintensität als wichtigstem „Zeitgeber“ gesteuert wird. Dieser körpereigene Rhythmus stellt sich nicht auf wechselnde Arbeitsschichten um, jedenfalls praktisch nie vollständig. Die größten Probleme daraus ergeben sich für die Qualität und Dauer des Schlafes. Aber auch Magen-Darm-Beschwerden, psychische Symptome wie Reizbarkeit, Angststörungen oder Depressionen treten gehäuft auf bei Nachtschichtarbeitern. Die Herzinfarktgefahr ist auf das Doppelte erhöht. Ein weiteres Problem ergibt sich auch aus den erschwerten Bedingungen am, sozialen Leben teilzunehmen, Freunde zu treffen und Kontakte zu halten. In traditionellen Familien wird der ganzen Familie eine besondere Belastung abverlangt. Konflikte z.B. um die Ruhe während des Tagschlafes eines Familienmitgliedes sind vorprogrammiert. Diese sozialen Probleme der (Nacht-) Schichtarbeiter sind oft noch schwerwiegender als die rein körperlichen. Die arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre erlauben eindeutige Empfehlungen zur Schichtplangestaltung:
Empfehlungen zur Schichtplangestaltung aufgrund arbeitsmedizinsicher Kriterien:
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1
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Nicht mehr als drei Nachtschichten hintereinander
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2
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Frühschichtbeginn nicht zu früh oder nicht mehr als drei Frühschichten mit frühem Beginn hintereinander
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3
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Vorwärtswechsel der Schichten (erst Früh-, dann Spät- und danach Nachtschichten)
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4
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Ruhezeiten > 11 Stunden
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5
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Mindestens 2 freie Tage nach letzter Nachtschicht (2 X 24 Stunden)
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6
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Arbeitsschichten > 8 Stunden nur unter bestimmten Vorraussetzungen
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7
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Maximal 5 bis 7 Arbeitstage hintereinander
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Empfehlungen zur Schichtplangestaltung aufgrund sozialer Kriterien:
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1
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Einfluss der Mitarbeiter auf kurz-, mittel- und langfristige Schichteinteilung erhöhen
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2
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Möglichst viel geblockte Wochenendfreizeit
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3
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Nicht mehr als drei hintereinanderliegende Spätschichten
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4
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Einzelne Arbeitstage zwischen freien Tagen vermeiden
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5
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Schichtplan möglichst übersichtlich gestalten
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Diese Empfehlungen sind Zielwerte und in keinem Schichtplan ohne Kompromisse zu verwirklichen. Besonders bei
Umstrukturierung der Schichtpläne ist eine ausführliche Diskussion mit Beteiligung der Mitarbeiter unabdingbar.
Rechte der Schichtarbeiter:
sind im Arbeitszeitgesetz geregelt. Dort ist die Berechtigung zu regelmäßigen arbeitsmedizinischer Untersuchung und
Beratung ebenso festgelegt, wie die Verpflichtung des Arbeitgebers, bei arbeitsmedizinischen Bedenken einer Umsetzung
auf einen Tagarbeitsplatz zuzustimmen, sofern nicht dringliche betriebliche Erfordernisse entgegenstehen.
Dr. R. Arnold (www.r-arnold.com)
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