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Rückenschmerz
Rückenschmerzen sind der häufigste Erkrankungsgrund, der zu Arbeitsunfähigkeit und frühzeitiger Beendigung der Berufstätigkeit führt. Rückenschmerzen nehmen in der Häufigkeit zu, obwohl die
körperliche Belastung in der Arbeit im Vergleich zu früheren Generationen stetig abgenommen hat. Mehr als 2/3 der Bevölkerung leidet irgendwann im Laufe des Lebens an Rückenschmerzen, die die Lebensführung
beeinträchtigen, ca. 30 % der arbeitenden Bevölkerung haben aktuell Rückenschmerzen.
Den Rückenschmerzen können sehr viele verschiedene Ursachen zugrunde liegen und Rückenschmerzen wie auch andere Schmerzen haben ganz entscheidende Wechselwirkungen mit dem psychischen Wohlbefinden.
Schmerzwahrnehmung ist nicht notwendigerweise an aktuell verletzte oder beeinträchtigte Körperstrukturen gebunden, es gibt auch Schmerzen, die weiter bestehen, obwohl Gewebeschädigungen nicht mehr nachweisbar
sind (Diagnose: chronische Schmerzerkrankung !). Regelmäßig hat Schmerz eine wesentliche emotionale Komponente.
Nur ca. 20 % der Rückenschmerzen lassen sich medizinisch einer eindeutig gestörten Körperstruktur zuordnen, z.B. Bandscheibenvorfall, schwere Abnützungs-erscheinungen der Wirbelsäule, Entzündungsprozesse,
Verletzungen usw..
80 % der Rückenschmerzen lassen sich nicht genau einordnen und nur nach dem Ort des Auftretens ( tief sitzend im Lendenwirbelbereich oder im Nacken/ Schultergürtel) bzw. nach ihrer Dauer (akut oder chronisch, d.h.
länger als 3 Monate) beschreiben. Die meisten Rückenschmerzsituationen lösen sich innerhalb weniger Wochen, nur bei weniger als 10 % der Patienten entwickelt sich ein dauerhaftes Problem. Je länger allerdings
die Rücken-schmerzen bestehen, desto größer ist die Gefahr einer Chronifizierung und desto geringer die Chance, an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Es kann gerade durch das Vermeidungs-verhalten bei bestehenden
Schmerzen ein Teufelskreis in Gang gesetzt werden, der über immer weniger körperliche Aktivität und parallel dazu über immer geringeres Selbstvertrauen bzw. zunehmende Depressivität zu einer Verschlechterung
der Schmerzwahrnehmung führt. Die aktuellen Leitlinien der Behandlung von den 90% „unkomplizierten Rückenschmerzen“ sind:
- Behandlung mit Schmerzmitteln ( keine Spritzen) durch den Hausarzt, nach 4 Wochen weitere Diagnostik
- Röntgen und andere Bildgebende Diagnostik zunächst verzichtbar
- Möglichst normale körperliche Aktivität wieder aufnehmen
Natürlich gilt es Arbeitsbedingte Auslöser möglichst auszuschalten wie
- Schwerstarbeit,
- schwere Lasten
- Zwangshaltungen, Überkopfarbeiten
- Sitzarbeit an ergonomisch ungünstigem Arbeitsplatz
- Ganzkörpervibrationen
- Psychische Fehl- / Überbelastung am Arbeitsplatz
- Arbeiten mit starker Wiederholungsnotwendigkeit ständig gleicher Bewegungen
Aus diesen Gründen ist die Mitwirkung des Betriebsarztes bei lang dauernden Rückenschmerzen sehr sinnvoll ! Mitarbeiter mit chronischen Rückenschmerzen sollten:
- Auf jeden Fall dem Betriebsarzt vorgestellt werden
- Körperliches Training durchführen
- Multidisziplinäre Behandlungsansätze nutzen
- Auch über das subjektive Erleben des Schmerzes informiert werden bzw. entsprechend behandelt werden ( z.B. Schmerzbewältigungsprogramme)
- Lange Arbeitsunfähigkeitsphasen oder stationäre Aufenthalte eher vermeiden
Dr. R. Arnold Juli 2004
unter Verwendung von folgender Literatur:Rückenschmerzen am Arbeitsplatz-
Ursachen und Konsequenzen für den Betriebsarzt,B.Hartmann in :Arbeitsmed,Sozialmed. Umweltmedizin 38, S 566-575 sowie
So vermeidet man Chronifizierung, Chenot, Becker, Niebling, Kochen in: Der Hausarzt 9/04, S 40 - 43
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