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Leistungsfähig im Alter

Dr. med. Raimund Arnold
 
Facharzt für Allgemeinmedizin -
 Betriebsmedizin - Suchtmedizin - Palliativmedizin

Heubergstr 1 ,   83512 Wasserburg
tel:  08071 / 94440
fax: 08071 / 94441

Ich will auch über 60 noch gute Arbeit leisten

 

  • Der  Anteil älterer Arbeitnehmer über 50 wird erst 2020 das Maximum erreichen ( > 40 %)
  • Nach traditioneller Sicht nimmt die Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Lebensalter ab. Das ist  aber eine sehr einseitige Sichtweise.
  • Das körperliche  Dauerleistungsniveau ist bis zum Ende des Arbeitslebens weitgehend unbeeinflusst vom  Alterungsprozess ( Gesundheit vorausgesetzt). Nur die körperliche Spitzenleistungsfähigkeit nimmt ab.
  • Teilbereiche des geistigen Leistungsniveaus steigen bis ins hohe Alter an
  • Eindeutige Vorteile haben Ältere bei den kommunikativen Fähigkeiten, bei der Erfassung komplexer Sachverhalte, bei der Toleranz gegenüber alternativen Handlungsstilen oder dem Abschätzen der eigenen Grenzen und Möglichkeiten..
  • Die Arbeitsunfähigkeitszeiten bei älteren Mitarbeitern sind zwar bedingt durch die Art der Erkrankung tendenziell länger, aber die Häufigkeit der Arbeitsunfähigkeit statistisch geringer als bei Jüngeren
  • Vorruhestandsregelungen und die Frühverrentungskultur der vergangenen Jahre haben die gesellschaftlichen Vorurteile gefestigt, mit 60 den Anforderungen des Arbeitslebens nicht mehr zu genügen
  • Die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben spricht für eine längere Lebensarbeitszeit
  • Das Aufrechterhalten der körperlichen und geistigen Belastungsroutine bedeutet in aller Regel einen Gewinn für die eigene Gesundheit
  • Für Firmen bedeutet das Ausscheiden älterer Arbeitnehmer einen Verlust an Erfahrungswissen, Fachkräfte sind oft schwer zu ersetzen.

Schlussfolgerungen:

  • Das Selbstbewusstsein älterer Arbeitnehmer muss nicht sinken
  • Die Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsmittel kann sich auf die ggf. geänderten Möglichkeiten älterer Arbeitnehmer einstellen, um nicht deren vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben zu provozieren
  • Vorbeugende Ansätze sind dringend von Nöten, um das soziale Ungleichgewicht zu ändern, nachdem derzeit ein lange mögliches Arbeitsleben in Gesundheit stark davon abhängt, wie gut man ausgebildet ist und ob ein gesundsheitsförderlicher Arbeitsplatz erreichbar war

Praktische Tipps:

    • Vertreten Sie selbstbewusst einen modernen Standpunkt, der den Wert Ihrer Arbeit auch in höherem Lebensalter unterstreicht
    • Fordern Sie ggf. eine Anpassung der Arbeitsbedingungen an mögliche gesundheitliche  Einschränkungen ein. Dabei kann Sie der Betriebsarzt, der/ die Eingliederungsbeauftragte oder der Betriebsrat unterstützen
    • Unterstützen Sie Bemühungen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements  

 Dr. Raimund Arnold, Betriebsarzt im Oktober 2011

 

unter Verwendung von Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin z.B auch:www.baua.de/info/fachzeit/arbeit-bis-67.pdf