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Grippeimpfung

Dr. med. Raimund Arnold
 
Facharzt für Allgemeinmedizin -
 Betriebsmedizin - Suchtmedizin - Palliativmedizin

Heubergstr 1 ,   83512 Wasserburg
tel:  08071 / 94440
fax: 08071 / 94441

Grippeimpfung:     warum ? wer ? wo ?

Unter Grippe versehen wir nicht alle dasselbe. In der Alltagssprache ist damit meist ein grippaler Infekt gemeint,, eine kurzzeitige Infektion der Atemwege, die in der Regel durch einen Virus verursacht wird und die auch ohne medizinische Maßnahmen nach 2-7 Tagen wieder abgeklungen ist. Dieser grippale Infekt lässt sich gut mit Hausmitteln behandeln ( Schwitzbäder, Inhalationen, viel Trinken, fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol etc.).

Demgegenüber zielt die Grippeimpfung auf eine schwere, durch 3 ganz besondere Virentypen ( Influenza A+B, Parainfluenza ) hervorgerufene Infektionskrankheit von wesentliche schwererem Verlauf und möglicher Bedrohung durch Komplikationen und Todesfolge.

Wie eine breiten Öffentlichkeit durch die SARS Infektion im Jahr 2003 vor Augen geführt wurde, ist eine derartig schwere Virusinfektion durch Medikamente kaum und durch intensivmedizinische Maßnahmen auch nicht immer in den Griff zu bekommen.

Im 20. Jahrhundert hat es 3 schwere Grippeepidemien in Europa gegeben, denen jeweils sehr viele Menschen zum Opfer gefallen sind, am schlimmsten 1918 mit 20 – 40 Millionen Todesfällen und nicht ganz so katastrophal 1957 und 1968 ).

Die Situation ist auch heutzutage nicht anders: Wenn es durch  größere Änderungen des Virusstammes zu einer massenhaften Ausbreitung der Influenzainfektion kommt, werden sehr viele Menschen und besonders die durch Alter ( sehr jung oder sehr alt ) oder  durch Krankheit geschwächten Bevölkerungsschichten an dieser Infektion schwer erkranken oder sterben. Ein Szenario wie bei den genannten Epidemien ist auch im 21. Jahrhundert denkbar. Die Influenzasituation wird genauestens beobachtet und die so genannte „Übersterblichkeit“, d.h. also die Todesfolge von Infekten im Winter für jedes Jahr berechnet. Für die Wintersaison 2002/ 2003 geht man von 12000 – 14000 zusätzlichen Todesfällen durch Influenza-Virusinfekte aus.

Wer sollte sich  nun unbedingt gegen Grippe impfen lassen :

Generell alle die, für die wegen anderer Grunderkrankungen eine Influenzainfektion eine  besondere Gefährdung darstellen würde oder auch diejenigen, die bei einer Infektion andere gefährden würden ( Altenheimmitarbeiter, Gesundheitsberufe ! ).

Die jährliche Impfung gegen Grippe wird empfohlen für :

  • alle über 60-Jährigen
  • alle an einer chronischen Erkrankung leidenden Kinder, Jugendliche und Erwachsene wie z. B. an Diabetes mellitus, Herzerkrankung, Lungenerkrankung usw.
  • alle Bewohner von Alten und Pflegeheimen und deren Betreuer
  • alle Personen, die berufsbedingt erhöhten Gefährdungen ausgesetzt sind oder viel Publikumsverkehr haben ( Medizinische Berufe, Busfahrer, auch für Schweißtätigkeiten oder ähnliche Lungenbelastende Tätigkeiten  ist eine erhöhte Gefährdung beschrieben )

Weil neben dem weitgehenden Schutz gegen Influenzainfektionen auch die Wahrscheinlich-keit eines banalen Infektes messbar sinkt, ist auch für andere Menschen, die  möglichst nicht krank werden wollen eine Grippeimpfung sinnvoll. Die Krankenkassen bezahlen die Impfung in jedem Fall, die Impfung ist unkompliziert bei Ihrem Hausarzt möglich !

 

         verfasst im September 2003                    Dr. R. Arnold (www.r-arnold.com)