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Betriebliche Gesundheitsförderung

Dr. med. Raimund Arnold
 
Facharzt fĂŒr Allgemeinmedizin -
 Betriebsmedizin - Suchtmedizin - Palliativmedizin

Heubergstr 1 ,   83512 Wasserburg
tel:  08071 / 94440
fax: 08071 / 94441

Betriebliche Gesundheitsförderung

 

Bei den vielen Betrieben, die ich arbeitsmedizinisch betreue, stelle ich mir immer wieder die Frage, wodurch ein gutes und ein schlechteres Betriebsklima oder Firmenimage gekennzeichnet ist. Das vielleicht wichtigste Kennzeichen ist in meinen Augen die Bereitschaft der Firmenleitung, ein gesamtheitlich  „gesundes“ Unternehmen anzustreben und die Mitarbeiter als Erfolgsfaktor zu sehen und weniger als Kostenfaktor.

Die theoretische Grundlage fĂŒr dieses Handeln ist besonders deutlich in der „Luxenburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung“ der EU-LĂ€nder von 1997 niedergelegt.

Betriebliche Gesundheitsförderung bedeutet sicherlich mehr als das Einhalten aller Vorschriften und das GefĂŒhl „ wir sind doch alle nett zueinander“. Es ist vielmehr ein Instrument, die Chancen fĂŒr ein gesundes Unternehmen im umfassenden Sinn wahrzunehmen ĂŒber die rein wirtschaftliche Betrachtungsweise des GeschĂ€ftergebnisses hinaus. Sie begegnet den Herausforderungen des Arbeitsmarktes ( z. B. einer Ă€lter werdenden Belegschaft ) mit aktiver Personalpolitik und Gesundheitszielen, die weit ĂŒber den traditionellen Arbeitsschutz ( Verhinderung von ArbeitsunfĂ€llen und Berufskrankheiten ) hinausgehen. Es ist ein umfassendes Konzept, die Gesundheitspotentiale der Belegschaft zu fördern und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern, eingebunden in die obersten Leitlinien des Unternehmens, verfolgt von der obersten Leitungsebene, unter direkter Beteiligung der Mitarbeiter als „Erfahrungsexperten“ und eingebunden in das QualitĂ€tsmanagement zur ÜberprĂŒfung der Wirksamkeit der eingesetzten Maßnahmen. Unter diesen Voraussetzungen hat das Konzept  betrieblicher Gesundheitsförderung seine Effizienz in vielen praktischen Beispielen unter Beweis gestellt.

 Die AktivitĂ€ten der betrieblichen Gesundheitsförderung können vielfĂ€ltig sein: 

  • Belegschaftsbefragungen, Schwachstellenanalyse
  • Einbeziehung der Mitarbeiter zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in
    „Gesundheitszirkeln“ ( z.B. abteilungsbezogen mit externer Moderation )
  • Veranstaltungen zur Vermittlung von Gesundheitswissen (z.B. RĂŒckenschule, gesunde ErnĂ€hrung )
  • gemeinsame sportliche AktivitĂ€ten ( z.B. Lauftreff)
  • Impulse zur Verbesserung des persönlichen Gesundheitsverhalten (z.B. Anti-Rauch- Kampagne)
  • Spezielle Informationsangebote an bestimmte Altersgruppen ( z.B. SuchtprĂ€vention bei Auszubildenden, Information zur „Altersweitsichtigkeit“ bei BĂŒroarbeitskrĂ€ften)
  • Angebote zur Stressminderung ( TeamgesprĂ€che, Supervision, Freizeitgestaltung)
  • Betriebsvereinbarungen zum Thema Alkohol und Mobbing am Arbeitsplatz
  • Förderung interdisziplinĂ€rer und hierarchieloser Kommunikation
  •  Ergonomische VerbesserungsbemĂŒhungen
  • Pausengestaltung, Pausengymnastik
  • Einrichtung gesonderter ArbeitsplĂ€tze fĂŒr leistungsgeminderte Mitarbeiter
  • PrĂ€ventivstrategien gegen Frustration und Burnout  (z.B. Schulung der
    FĂŒhrungskrĂ€fte )
  • RĂŒckkehrgesprĂ€che nach lĂ€ngerer ArbeitsunfĂ€higkeit
  • Risiko-„Check-ups“ fĂŒr besondere  Mitarbeitergruppen  („Ärztemuffel“)
  • Nutzen der betriebsĂ€rztlichen Kompetenz auf allen Entscheidungsebenen
    ( z.B. auch Einbeziehung in alle Investitionsentscheidungen )
  • Formulierung von Betriebsstrategien und Konzepten, die ĂŒber die eigentlichen
    Produktions- oder Dienstleistungsaufgaben hinausgehen
  • BerĂŒcksichtigung der Mitarbeiterbefindlichkeiten in
    QualitÀtsmanagementprozessen
  • Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen, lokalen TrĂ€gern der
    Gesundheitsbranche
  • Diese beispielhafte Liste ist nicht erschöpfend, sondern nur als Anregung gedacht, fĂŒr den eigenen Betrieb  die Institutionalisierung eines Prozesses zur Gesundheitsförderung in Betracht zu ziehen. Erfolgversprechender als Einzelmaßnahmen sind in jedem Fall eine koordinierte Aktion mit Einbeziehung aller betroffenen Gruppen, letztendlich v.a. der Mitarbeiter selbst.

                                                                             erstellt im Juli 2002 durch
                                                                           Dr. R. Arnold
    (www.r-arnold.com)

AusfĂŒhrliche Informationen und z.B. die Luxenburger Deklaration im Wortlaut finden Sie unter den Internetseiten des europĂ€ischen Netzwerkes “betriebliche Gesundheitsförderung” der Bundesabstalt fĂŒr Arbeitsmedizin unter www.baua.de/whp-net