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Arthrose vorbeugen

Dr. med. Raimund Arnold
 
Facharzt für Allgemeinmedizin -
 Betriebsmedizin - Suchtmedizin - Palliativmedizin

Heubergstr 1 ,   83512 Wasserburg
tel:  08071 / 94440
fax: 08071 / 94441

Arthrose vorbeugen! So bleiben ihre Gelenke fit!

Im Röntgenbild zeigen sich bei der Mehrheit der Bevölkerung im Rentenalter Abnutzungserscheinungen an den Gelenken. Dieser Prozess beginnt meist schon 20 Jahre früher. Nicht alle diese Menschen haben Beschwerden, aber auch schon im Arbeitsleben sind Überlastungserscheinungen an den Gelenken ein sehr häufiger Krankheitsgrund.

Was ist Arthrose? Der Knorpelüberzug unserer Gelenke bildet eine Art Stoßdämpfer für die starken Belastungen der knöchernen Gelenkflächen. Im Alter schrumpft der Knorpel und er kann vom Körper nicht ersetzt werden. Neben diesem quasi „natürlichen“ Alterungsprozess gibt es andere Belastungen für den Knorpel:

  • Übergewicht! Dicke Menschen haben ein 18-fach höheres Risiko an einer Arthrose zu erkranken!
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Gicht
  • Bewegungsmangel
  • Gelenksentzündungen und erbliche Faktoren

Was können wir vorbeugend tun?

Am wichtigsten ist eine regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht. Beides trägt auch dazu bei, den Risikofaktor Diabetes zu minimieren.

Was kann man bei Arthrosebeschwerden tun?

Auch hier ist eine Bewegungstherapie mindestens gleichrangig mit medikamentöser Hilfe
( Krankengymnastik, Eigenübungen, Bewegung im warmen Wasser). Manchmal ist allerdings ein Schmerz linderndes Medikament sogar Voraussetzung zu einer Bewegungstherapie. (Der Schmerz darf die Beweglichkeit nicht stark einschränken, sonst ist ein Fortschreiten der Beschwerden vorprogrammiert).

Folgende medikamentöse Therapieformen sind sinnvoll:

  • Paracetamol als Wirkstoff der 1. Wahl, sofern keine entzündliche Komponente vorliegt
  • sonst Ibuprofen oder Diclofenac
  • nur bei kleinen Gelenken auch in Salbenform
  • durchaus auch starke Scherzmittel, wenn erste Stufe der Behandlung nicht ausreicht
  • kein wissenschaftlicher Nachweis jeglicher „Knorpelschutz- oder Knorpelaufbaupräparate“

Auch weiche Schuhsohlen, orthopädietechnische Hilfsmittel ( Einlagen, Bandagen) oder ein ganz einfacher Gehstock können hilfreich sein.

Wenn die Beschwerden so stark einschränken, dass alltägliche Bewegungen nicht mehr möglich sind oder die Schmerzen zu stark werden, ist eine Operation mit Gelenkersatz häufig die beste Möglichkeit.

In Zukunft wird mit neuen Verfahren ( Knorpeltransplantation) auch eine Besserung bereits eingetretener Knorpelschäden möglich werden ( derzeit noch kaum über die experimentelle Phase hinaus und nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen)

Was könne Sie selber tun bei Arthrosebeschwerden?

  • Gewichtsabnahme bei Übergewicht
  • Ausgewogener Wechsel zwischen Belastung und Entlastung
  • Gehstock benutzen
  • Vermeidung von Stoßbelastung ( unebener Weg, bergab Gehen)
  • Verwenden von weichen Schuhsohlen
  • Vermeiden von Näss und Kälte lockernde sportliche Gymnastik
  • Schwimmen im warmen Wasser
  • Am wichtigsten: Bewegung,  z.B. Radfahren oder Schwimmen

Zusammengestellt nach einer Patienteninformation der Abteilung Allgemeinmedizin im Universitätsklinikum Heidelberg (Rosemann, Wensing,  Szecsenyl)

Dr. R. Arnold  im Juni 2005